
Auf "Shutter Island" bin ich über den Kinofilm aufmerksam geworden. Da ich es damals nicht ins Kino geschafft habe, habe ich beschlossen zuerst das Buch zu lesen, beovr ich die DVD anschaffe,auch wenn der Unterschied zwischen Buch und Verfilmung vermutlich wieder gravierend ist.
Im Buch wird die Hauptperson, US-Marshal und Kriegsveteran Teddy Daniels auf die gleichnamige Insel geschickt, um dort das Verschwinden einer Patientin aufzuklären. Denn dort befindet sich ein Klinikum, in dem psychisch kranke Verbrecher verwahrt und "behandelt" werden. Dementsprechend mysteriös ist das Verschwinden einer Patientin, da diese es wohl geschafft haben muss sich in Luft aufzulösen, um durch eine verschlossene Tür und diverse Sicherheitskontrollen zu gelangen.
Auch das unkooperative Klinikpersonal erleichtert Daniels und seinem neuen Partner Aule die Ermittlungen nicht unbedingt. Bis auf den Klinikleiter McPherson scheint überhaupt niemand Interesse an den Ermittlungen der Beiden zu haben.
Im weiteren Verlauf der Geschichte erfährt man jedoch,dass Daniels auch eigenes Interesse am Aufenthalt auf Shutter Island zu haben, da er vermutet,dass dort auch der Mörder seiner Frau inhaftiert ist und er sich nach Rache sehnt. Die Geschichte wird noch verwickelter, als sich herausstellt, dass Teddy schon länger Ermittlungen über illgele Experimente an den dortigen Patienten anstellt. Gesteigert wird die Stimmung ebenfalls dadurch,dass die beiden Polizisten die Insel nicht einfach so wieder verlassen können, da nach ihrer Ankunft ein Hurrikan aufzieht, wobei der Aufenthalt der beiden sowieso nie so geplant war,dass sie die Insel jemals wieder verlassen.
Ich muss gestehen,dass ich die ersten 200 Seiten bis auf einige wenige Spannungsmomente ziemlich schleppend fand, da man in dieser Zeit viel über die Vergangenheit Daniels erfährt, was sich vom Kennenlernen seiner Frau, seiner Zeit als Soldat im 2. Weltkrieg und wie ihr Tod sein Leben verändert hat,zieht. Zum Teil wird die recht langwierige Schilderung seiner Träume und der immaginären Gespräche mit seiner Frau für den Leser -in meinen Augen- recht anstrengend, da diese manchmal bis ins Unendliche ausgedehnt werden. Einzige Spannungsmomente sind zu diesem Zeitpunkt die Ankunft auf der Insel und die generell düstere Stimmung und das erste Aufeinandertreffen mit den Patienten, da gerade diese ziemlich unheimlich geschildert sind-klar,die meisten der Patienten haben mindestens eine Person umgebracht.
Umso fesselnder ist dafür das Ende. Die letzten 150 Seiten haben mich anscheinend so gepackt,dass mich die Geschichte bis in meine Träume verfolgt hat. Als Teddys Kollege spurlos verschwindet, er einen früheren Bekannten auf der Insel trifft,der vor längerer Zeit in Psychatrische Behandlung gegeben wurde und ihm klarmacht,dass niemand die Insel verlässt,konnte ich das Buch nicht mehr weglegen,weil ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wer jetzt eigentlich "der Böse" ist: Der Klinikleiter und die anderen Doktoren, der Mann, der seine Frau umgebracht hat oder Daniels selber und gibt gibt es diese illegalen Experimente tatsächlich?! Das ganze wird am Ende so verworren,dass ich die Erklärungen des Klinkleiters am Ende immernoch nicht glaube. Mehr sage ich dazu nicht,sonst verrate ich alles^_^
Im Großen und Ganzen fand ich das Buch gerade aufgrund des Endes lesenswert, trotz der erwähnten Hänger,aber nur weil ich die unheimlich fand,muss das anderen ja nich auch so gehen und im Zweifel überfliegt man die Passagen eben nur. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, sodass ich in der einen oder anderen langatmigen Phase das Gefühl hatte,dass mir der ein oder andere Spannungsmoment vielleicht einfach durch Unverständnis entgangen ist,was aber eher unwahrscheinlich ist, da das Buch bis auf einige medizinisch-psychologische Fachbegriffe auch für Nicht-Muttersprachler verständlich geschrieben ist.
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