Donnerstag, 9. Dezember 2010

Disney´s Tarzan


"Tarzan" gehörte bisher zu den Musicals, die mich nicht sonderlich interessiert haben. Auch den Disneyfilm mag ich zwar, aber der Film und seine Lieder gehörten nicht zu denen, die mir bei dem Gedanken "Disney" sofort in den Sinn gekommen wären. Die Sat1 Castingshow "Ich Tarzan, Du Jane" habe ich vor einigen Jahren aber trotzdem verfolgt, von daher war mir das Musical auch nicht gänzlich unbekannt. Den vollen Preis hätte ich vorher aus eigenem Interesse vermutlich nicht gezahlt, dafür stehen auf meiner "must-see"-Liste noch viel zu viele Musicals vor "Tarzan". Der WATT hat allerdings sehr nette Konditionen bekommen. Mein Platz lag in der PK 2, die auf ticketonline.de momentan 93 Euro kosten würde. Wir haben 30 Euro bezahlt:)
Die Karten haben wir erst kurz vor Musicalbeginn abgeholt, sodass die Spannung, wo man nun sitzt bis zum Ende da war. Das Internet verriet mir schon vorher, dass man in Reihe 15 in der Mitte am besten sitzt. Dass wir diese Plätze nicht bekommen würden, war natürlich klar, und trotzdem war ich mit meinem Platz in Reihe 16, linker Rang erst ein bisschen unglücklich, weil man es eben so kennt, dass die besten Plätze vorne und in der Mitte sind, sodass ich mit den Mädels, die neben mir saßen schon nach neuen Plätzen in einer anderen Reihe Ausschau hielt, da das Theater nicht komplett voll war und in vermeindlich besseren Reihen weiter vorne noch viele Plätze frei waren. Sobald aber das Licht ausging und die ersten Darsteller über unseren Köpfen schwebten, hatte sich dieser Gedanke von selbst erledigt. Wir waren mittendrin, statt nur dabei und saßen genau richtig:)
Generell wird bei Tarzan viel mit den akrobatischen Elementen gespielt, was natürlich auch Alleinstellungsmerkmal des Musicals ist, sodass schon der Untergang des Schiffes zusammen mit Licht- und Toneffekten spektakulär umgesetzt wurde.
Was mir das Musical aber von Anfang an irgendwie ein bisschen verdorben hat, war die in meinen Augen unglücklich geratene Darstellung und Kostümierung des Leoparden, der Tarzans Eltern tötet. Das kann daran liegen, dass man seit "König der Löwen" vielleicht ein anderes Bild von Tierkostümierungen hat, aber selbst die Gorillas in "Tarzan" sind gut gelungen. Hätte man die Art der Kostümierung von "König der Löwen" übernommen, würde man es vermutlich als billige Kopie verschreien und die Befestigung der Seile für die Szenen über der Bühne erweist sich mit diesen wohl auch als unmöglich. Aber ein Mensch, der im Leopardenkostüm über den Fußboden kriecht wirkt irgendwie verdammt unelegant und irgendwie unprofessionell, besonders im Vergleich zu den Gorillas. Und das Kostüm ansich erinnerte mich irgendwie auch mehr an ein Krokodil.
Es gab auch einen Ballettteil, der irgendwie so garnicht in die Szene passen wollte, der aber wohl den Mondaufgang und nebenbei den Szenenumbau verdecken und verständlich machen sollte. Vielleicht fehlte mir das Verständnis für die Szene auch einfach aufgrund des anstrengenden Tages, der im Dunkel des Theatersaals sein volles Ausmaß zeigte.
Alle anderen Darsteller fand ich dagegen sehr gut. Mein Kind soll auch mal so werden wie der Kinderdarsteller für den jungen Tarzan...^-^ Auch Rommel Singson, der den (die?!) Terk spielte, mag ich sehr gern:)
Und was soll ich sagen. Schon als ich vor einigen Jahren hörte, dass Alexander Klaws den "Alfred" in "Tanz der Vampire" spielte, fing ich an gegen ihn zu wettern. Er war halt Bohlens erstes "DsdS"-Spielzeug und aus Prinzip irgendwann doof. Als die Tickets dann bestellt waren, suchte ich im Internet nach der Besetzung und stellte fest, dass Anton Zetterholm, der im TV für den Tarzan gecastet wurde, nicht mehr mitspielt. Stattdessen stand da Alexander Klaws und ich war ziemlich irritiert und fand die Entscheidung einfach aus Prinzip wieder doof. Besonders als uns bei "Stage" erzählt wurde, dass der bekannteste Absolvent der "Joop van den Ende Academy" Alexander sein sollte, dachte ich nur"pff, klar, der hat ja auch die 900 Euro im Monat über, um die Ausbildung zu finanzieren"
Während des Titels "So ein Mann" wird Tarzan dann erwachsen und die Besetzung wechselt. Alle meine Vorurteile sind eingefallen wie ein Kartenhaus, mal ganz davon abgesehen, dass ich mir schlimmere Dinge vorstellen kann, als einen durchtrainierten Mann in Lendenschurz über meinem Kopf turnen zu sehen. Ich fand es wirklich gut und war fast entsetzt wie er sich entwickelt hat!
Das Ende war sooo schön, als Tarzan und Jane zusammen über dem Publikum schwebten, dass auch ich das ein oder andere Tränchen verdrücken musste.
Eine Szene, auf die ich mich dank youtube schon vorher gefreut hatte und nicht zu den Standardliedern wie "Dir gehört mein Herz", "So ein Mann" oder "Zwei Welten" gehört, war "Auf diesen Tag habe ich gewartet". Der Schmetterling war genau über uns:)

Ich würde mir das Musical definitiv nocheinmal ansehen, auch wenn es "Tanz der Vampire" nicht getoppt hat. Aber wenn man es das erste Mal sieht, passieren fast zu viele Dinge gleichzeitig, dass man garnicht weiß, wohin man den Kopf zuerst drehen soll. Vorher peile ich aber definitiv "We will rock you" in Berlin an, in der Hoffnung,dass wir für unsere ITB-Exkursion wieder nette Konditionen bekommen. Im Zweifel geh ich eben ne Stunde eher vom Stand weg. Irgendwer wird hoffentlich tauschen:)

1 Kommentar:

  1. Ich bin so neidisch, buah.
    Ich MUSS nächstes Jahr in ein Musical gehen. Vor Tarzan steht aber noch König der Löwen.

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