
"Tuesday with Morrie" gehört zu den Büchern, auf die ich, ob man es glaubt oder nicht, über den Schulunterricht aufmerksam geworden bin. Vor vielen Jahren kam ein Auszug des Buches im Englischabitur im Heimatbundesland dran und ich fand den Auszug irgendwie so interessant, dass ich das ganze Buch lesen wollte. Warum mir das gerade jetzt wieder eingefallen ist, weiß ich nicht.
Mitch Albom erzählt dabei die Geschichte seines ehemaligen Lieblingsprofessors, den er nach dem Abschluss, entgegen seiner Versprechen, aus den Augen verloren hatte und erst durch ein zufällig entdecktes Fernsehinterview wieder Kontakt zu diesem aufnimmt.
Der lebensfrohe Professor ist inzwischen an der unheilbaren Krankheit ALS erkrankt, die innerhalb weniger Jahre sein motorisches Nervensystem vollkommen abbauen wird. Doch anders als andere Menschen sieht Morrie dem Tod nicht trauernd entgegen, sondern nimmt es eher als eine neue Erfahrung an. So treffen sich die beiden "Dienstagsmenschen" nach vielen Jahren wieder und nehmen die früher so gern geführten Gespräche über das Leben wieder auf.
Ich muss zugeben, dass das Buch die Erwartungen des Ausschnitts nicht erfüllen konnte. Im Buch werden viele Werte wie Familie, Freundschaft oder Liebe angesprochen und wie leicht man in unserer heutigen Gesellschaft dazu neigt, eben diese zu Gunsten von Karriere und Geld zu vernachlässigen, was ich gut finde und definitiv zum Nachdenken, vielleicht auch zum Umdenken anregen kann. Auch die Beschreibung des Verhältnisses zwischen Professor und Student und deren Umgehen mit dem Tod gefiel mir sehr gut.
Literarisch gesehen leidet das Buch aber an einigen Stellen an Längen und neigt dazu zu schmalzig zu werden, was aber natürlich Geschmackssache ist.
Kurz um: Eine nette Geschichte, aber zu meinen Lieblingsautoren wird Mitch Albom wohl nie gehören, ebenso wenig, wie ich "Tuesday with Morrie" nun zu meinen Lieblingsbüchern zählen würde.
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