Der Kostenrechnungsdozent, den ich schon aus dem 2. Semester kenne, hat heute nach 5 Minuten seine Vorlesung abgebrochen, weil ihm die Studenten zu laut waren. Er hat kurz den Verlauf der vorangegangenen Veranstaltung genannt, Aufgaben zum Lösen gegeben und den Raum verlassen.
Gut für die, die eh keine Lust hatten, schlecht für Leute wie mich, die die Veranstaltung dieses Semester vielleicht bestehen sollten. Den Ersteren verschaffte dieser Ausbruch einen Freiblock,oder die Möglichkeit eine andere Veranstaltung zu besuchen, mir sehr frustrierende 30 Minuten beim Lösen einer Aufgabe mit nur einem Stern.
Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg war, die Vorlesung abzubrechen. Ich sehe das Risiko, dass findige Studenten jetzt immer den Weg wählen, in den ersten 10 Minuten zu quatschen, in der Hoffnung, dass der Dozent abbricht, denn laut Kerstin war das auch nicht das erste Mal. Beim letzten Mal habe er allerdings erst 15 Minuten vor Schluss abgebrochen. Damit kann man im Zweifel noch Leben, auch wenn man, so wie wir, zwischen den Gruppen springen muss. Ich denke eine Anmerkung, dass er jetzt mit der Veranstaltung beginnen wolle, hätte es für den Anfang, als Verwarnung getan, Abbrechen hätte er nach einer Ermahnung immernoch können. Pädagogisch wertvoll ist die Entscheidung in meinen Augen aber in beiden Fällen nicht.
Wir haben bis eben noch versucht genannte Aufgaben im Raum zu lösen, in der Hoffnung, dass nur die bleiben würden, die auch vorhaben etwas zu tun, aber wir sollten uns irren. Vor uns erläutertete eine Kommilitonin ihre Ernährung, hinter uns unterhielt ein kleines Sonnenscheinchen mit Pandaaugen den gesamten Raum mit ihren Schimpftiraden.
Kerstin und Sarina sind daraufhin Essen gegangen, ich habe die Unterlagen für BWL V gedruckt, da der Dozent mit den netten Klausuren zum September hin nun tatsächlich aufhört und wir das dumpfe Gefühl haben, dass der BWL IV Dozent aus dem vergangenen Semester diese Veranstaltung nun vollständig übernimmt. Dieser hat inzwischen übrigens auch den Computer für sich entdeckt und macht seine vorher handschriftlich und nicht lesbaren Tafelbilder inzwischen als Worddokument. Nur die Tastatur hat er noch nicht durchschaut. So kommen während der Vorlesung Fragen wie "Wo ist eigentlich das X?" Die Studenten warten also auf ein Wort mit X,das aber nicht kommen soll. Stattdessen: "Oh, mit X wollt ich nichts Schreiben, ich wollte nur wissen, wo es ist."
Heute Nachmittag werde ich wohl das Bilanzierungstutorium ausfallen lassen und mich stattdessen ins "Marketing Praxis Forum" setzen und mir einen Vortrag zum Thema Radiomarketing anhören. Meine Füße werden es mir definitiv danken,wenn ich den Raum nicht wechsele-die neuen, noch nicht eingelaufenen Ballerinas scheuern ziemlich fies. Ja, Janna, wir haben inzwischen auch schon Ballerina-Wetter!:)
Ich bin ja mal gespannt wie das nächste Semester wird ;)
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