Freitag, 27. Mai 2011

Haarige Angelegenheit

Nein, EHEC hat mich nicht dahingerafft, auch wenn ich in Norddeutschland lebe.
Ein ganz anderes Thema hatte in den letzten 2 Blogfreien Monaten mein Gehirn erobert.
Ich habe mir im Februar die Haare braun färben lassen, davon hatte ich ja kurz berichtet, musste nach dem 2. Mal Färben im März feststellen, dass die ganze Färberei wohl eine dumme Idee gewesen ist. Mir gingen daraufhin nämlich die Haare aus.
Ich habe jetzt keine Glatze oder so, aber wenn ich ungeschickt kämme, habe ich am Hinterkopf eine kahle Stelle, und auch an den Seiten und dem Pony ist es in letzter Zeit dünner geworden, was man aber durch das lange Deckhaare auch erst sieht, wenn man dieses anhebt.
Da ich bei meinen Konsultationen von Dr. Google und Dr. Wikipedia schon so ziemlich alle Krankheiten hatte, dachte ich, dass ich meine Erfahrungen einfach mal hier ausbreite-wird nicht eklig-keine Angst.
Ich gehe für alles was mit meinen Haaren zu tun hat grundsätzlich zum Friseur. Früher zu einem kleinen, privaten Salon im Nachbardorf, seit meine Lieblingsfriseuse, die die beste auf der ganzen Welt war, aber selber eine Allergie gegen die ganze Chemie entwickelt hat und den Beruf aufgeben musste, gehe ich zu einer Kette, die in ganz Deutschland Filialen hat und mit der ich bisher im großen und ganzen auch zufrieden war.
Ich lasse meine Haare seit ich ungefähr 13 bin blond strähnen, mal mehr, mal weniger, hatte auch nie Probleme.
ich denke ganz unschuldig bin ich an der ganzen Problematik nicht, da ich meine Haare sonst immer nur im Abstand von 6 Monaten habe blondieren lassen, dieses Mal aber in ungefähr 8 Monaten 3x zum färben war, davon 2x in Abstand von 4 Wochen die "volle Dröhnung" Farbe bekommen habe, da man mit Foliensträhnen nur die Haare selber ärgert, jedoch nicht die Kopfhaut.
Nach dem 1. Färben hatte ich schon sehr gereizte, rote Kopfhaut und Schuppen, was ich mit Babycreme, da das ganze sich bis an den Hals zog, Babyöl und Schuppenshampoo aber zumindest soweit ich es sehen konnte, ganz gut in den Griff bekommen hatte.
Dabei musste ich übrigens feststellen, dass das Alverde-Shampoo mit Heilerde absoluter Mist ist, da es die Kopfhaut nur noch mehr austrocknet. Selbiges gilt für den Alverde Schaumfestiger, da dort als Konservierungsmittel Alkohol enthalten ist, was bei trockener Kopfhaut total toll ist. Ich kam nämlich auf die fixe Idee, dass ich mit Naturkosmetik meinen Haaren etwas Gutes tun könnte-nicht.
Das 2. Färben gab mir eigentlich von vorneherein zu denken. Während meine Friseuse die Farbe anmischte, erzählte sie mir, dass sie neue Farben hätten und schon eine Kundin mit geschundener Kopfhaut wiederkam und sich beschwerte und auch 2 Kolleginnen, sie eingeschlossen, Probleme nach dem Färben bekamen. Das war der Punkt an dem ich meinte, ich könne auch in 4 Wochen wiederkommen, wenn man wüsste, wie man die Farbe dosieren soll. Sie winkte ab und meinte, dass die Damen die Haare blondieren ließen und beim Färben bisher keine Probleme aufgetreten sind. Allerdings machte sie mich darauf aufmerksam, dass ich eine kaputte Stelle auf der Kopfhaut hätte und mir mal Schuppenshampoo kaufen solle. Da hatte sie die Farbe auch schon drauf.
Im Nachhinein fiel mir dann ein,dass ich eine ähnliche Situation schonmal hatte. Meine damalige Friseuse färbte mir die Haare allerdings nicht, sondern empfahl mir das ganze abheilen zu lassen und in 4 Wochen wiederzukommen,wenn ich meine Haare mag.
Das ganze ging also wieder los, stärker als vorher, was ich aber sehr gut ignorieren konnte, bis mich meine Mutti an Ostern darauf aufmerksam machte und ich es nicht mehr ignorieren konnte.
Also habe ich nach 4 Wochen die Muße aufgebracht mich erst zum Allgemeinmediziner und mit der Überweisung in der Hand zum Hautarzt zu bewegen, wo ich überraschenderweise nach nur 45 Minuten Wartezeit und ohne Termin drankam. Denn das war vorher meine Ausrede: Erst wartet man 3 Monate auf einen Termin, dann 4h bis man drankommt, wenn man drankommt.
Diagnose: Schuppenflechte. Das würden wir aber wieder hinbekommen, da es sich dabei um eine Reaktion meiner Kopfhaut handele, die sie zeigt, wenn man sie zu sehr ärgert-was ich ja sehr erfolgreich getan habe. Er verschrieb mir dann eine Art Cremeshampoo, dass ich Scheitel für Scheitel auf die Kopfhaut auftragen sollte und nach 5-10 Tagen sollte ich schon merken, dass es besser wird.
Das Ganze ist jetzt knapp 4 Wochen her und bis auf eine kleine Stelle, an der ich anscheinend immer vorbei gearbeitet habe, geht es meiner Kopfhaut wieder gut. Ich verzichte momentan aber auch auf sämtliche Stylingprodukte und das Föhnen und nehme, da das Cremeshampoo 4 Stunden einwirken muss und ich es auch nur noch alle 2-3 Haarwäschen anwenden muss, ein Urea-Shampoo von Isana. Das hat mir der Hautarzt auch empfohlen, um mir die 10 Euro für die Apothekenvariante von eucerin zu ersparen. Auch versuche ich die Haare seltener und nur mit lauwarmem bis leicht kaltem Wasser zu Waschen und brauche momentan fürs Haare kämmen gut 20 Minuten, weil ich auch dabei ganz vorsichtig Strähnchen für Strähnchen und ohne zu reißen versuche durchzukommen.
Die Lektion für mich dabei ist definitiv Selbstversuche und die Konsultation von Dr. Google zu vermeiden und stattdessen direkt zum Arzt zu gehen. Bisher habe ich mir auch vorgenommen Mitte Juni nocheinmal hinzugehen, zum einen zur Nachkontrolle und zum anderen für einen Allergietest.
Und Friseurbesuche sind bis auf weiteres auch erstmal Tabu!
Ich verliere definitv weniger Haare,als vor dem Arztbesuch, was ein gutes Zeichen ist, und hoffe, dass ich mich dem "grünen" Bereich wieder annähere. Muss eben nur alles nachwachsen-und das dauert-.-

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