
Mit "Dead until Dark", dem ersten Teil der "True Blood"-Serie, habe ich mich nach der "Breaking Dawn"-Pleite wieder an das Vampirgenre gewagt. Es hat mich aber wieder recht versöhnlich gestimmt.
Harris erzählt die Geschichte von Sookie Stackhouse, einer Kellnerin in der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Bon Temps. Das Besondere an der Welt in den Stackhouse-Romanen ist, dass Vampire nicht länger im verborgenen vegetieren, sondern, zumindest Nachts, unter den Menschen leben, da inzwischen synthetisches Blut entwickelt wurde, überall verkauft wird und den Menschen nicht mehr zwingend zur Nahrungsquelle macht.
Auch Sookie selber ist alles andere als normal. Sie kann die Gedanken aller Menschen in ihrer Umgebung lesen, was ihr Leben alles andere als einfach gestaltet, weswegen sie ihre Zeit hauptsächlich mit ihrer ziemlich coolen Großmutter, ihrem Bruder und einer Kollegin aus der Bar verbringt-die Einzigen, die sie zumindest als halbwegs normal akzeptieren.
Der Erste, dessen Gedanken sie nicht lesen kann, ist der Vampir Bill, der eines Tages in der Bar auftaucht, in der sie arbeitet. Nachdem Sookie Bill vor einem Gauner-Paar rettet und dieser wiederum Sookie vor der Rache des Paares schützt, entwickelt sich zwischen den Beiden eine innige Beziehung.
Zeitgleich mit Bills Auftauchen erschüttert aber auch eine Mordserie die Kleinstadtidylle und somit auch Sookies Gefühlswelt.
Über "Dead until Dark" habe ich vorm Lesen schon einiges gehört, was von "Twilight für Erwachsene" bis hin zum "Vampirporno" reicht, und alles stimmt irgendwie zu. Dennoch ist es nicht so vorhersehbar wie Twilight. Es hat mich auch dazu gebracht, bis nachts um 2 zu lesen, aber dieses mal, weil es endlich wieder ein Buch war, dass ich zu Ende lesen wollte, weil ich eh nicht hätte schlafen können, bevor ich nicht weiß wie es ausgeht. Bis 20 Seiten vor Schluss wusste ich nicht, wer der Mörder ist, hätte nicht sagen können, wie es ausgeht und saß am Ende dann doch da und dachte "Näh! Das hätt´ich nicht erwartet...!- ein Gedanke, der mir allerdings nicht nur am Ende kam. Zum Teil litt ich wirklch mit den Charakteren-das macht doch ein gutes Buch aus!
Genau diese Mischung aus Romantik, Freundschaft und Erotik auf der einen, Blut und Thriller auf der anderen Seite, finde ich sehr lesenswert, besonders weil ich nicht das beklemmende Gefühl habe -um auf den Vergleich mit den Romanen von Stephenie Meyer einzugehen- dass jemand versucht mich zu bekehren. Wenn man dazu auch noch Vampire mag, macht es das Buch umso attraktiver. Geschmunzelt habe ich auch über die ein oder andere Anspielung auf die Romane um Lestat den Vampir von Anne Rice, deren Buchreihe ich in diesen Ferien eigentlich auch endlich wieder vom Staub befreien will und die Fragen die sich Sookie über die Vampirwelt stellt.
Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, bin ich am Anfang ziemlich über die amerikanische Umgangssprache und Abkürzungen gestolpert, aber nach dem ersten Kapitel fuchst man sich rein und lernt die Schreibweise von Charlaine Harris zu schätzen. Die Art und Weise, wie sie die Charaktere konstruiert hat, erinnert mich wiederum sehr an Karin Slaughter. Jeder hat in diesem Buch irgendwie "sein Päckchen zu tragen", hat, wie im echten Leben, so seine Ecken und Kanten und an "blütenweiße Westen" ist garnicht zu denken. Das macht die Figuren umso sympathischer.
"Dead until Dark" hätte im Laden vermutlich auch alleine duch das Cover, das mich irgendwie fasziniert, angesprochen, wäre es mir nicht vorher durch xKarenina über den Weg gelaufen.
Die Verfilmung der Bücher finde ich übrigens so schlecht, dass mir die Inhaltsangabe auf Wikipedia gereicht hat. Sie heißt zwar "True Blood", hat gleichnamige Charaktere, murkst mir aber zu sehr an der Geschichte rum, die Darsteller aus der Serie stimmen irgendwie so garnicht mit den Bildern in meinem Kopf überein, sodass ich nicht vorhabe sie mir anzusehen.
Ich war jedenfalls so begeistert, dass der 2. Teil bereits lesebereit auf meinem Schreibtisch liegt und nur darauf wartet, dass ich mit der "Tintenwelt"-Reihe durch bin.
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