Heute ist der Tag der Deutschen Einheit. In W. ist verkaufsoffen. An einem Sonn- und Feiertag. Und als ich so auf der "Zeit"-Website einen Artikel über eine Anti-Einheits-Demo lese, der mir aber doch nicht die Infos gibt, die ich gehofft hatte zu finden,finde ich stattdessen folgende Aussage von Frau Merkel, die allerdings aus einem Interview mit der "Bild am Sonntag" stammt:
"An anderer Stelle warb Merkel um mehr Anerkennung für die Lebensleistung der ehemaligen DDR-Bürger. Zu dieser habe etwa der tägliche Kampf um die Versorgung der Familie mit Essen und Kleidung gehört. "Die DDR war ein Land, in dem es zum Beispiel so gut wie kein Stück Holz zu kaufen gab, keine Latte, kein Brett. Das musste alles mühsam beschafft werden."
Aha. Die DDR- das Entwicklungsland. Stellt sich die Frage, warum mir meine Eltern nie vom Kampf ums nackte Überleben erzählt haben. Das nennt sich Planwirtschaft. Es wird so viel produziert, wie prognostiziert wird. Aber die Grundversorgung war gesichert. Heute leben wir im Überfluss. Und was haben wir davon? Wir verlieren den Überblick im Wust aus Marken und Werbejingles. Werden zugespamt mit Dingen, die wir unbedingt kaufen müssen. Am Ende kaufen wir doch die Produkte, die wir schon immer genommen haben.
Ich kaufe mir einen Nagellack für 12,50 €. Warum? Weil es ihn gibt. Ob ich ihn brauche? Bin ich ehrlich zu mir, brauche ich ihn nicht, aber es geht ja ums haben.
Über die Politik, Stasi-Verfolgung etc. lässt sich natürlich streiten. Den Kommunismus als Ideologie verteufeln würde ich dennoch nicht. Denn Kommunismus mit dem, was in der DDR passierte gleichzusetzen ist schon falsch. Kommunismus funktioniert nicht von oben. Die Menschen müssen alleine darauf kommen, was in einer Gesellschaft schiefläuft. Doch leider ist der Mensch zu egoistisch, als das diese Ideologie jemals fruchten könnte.Wie David schon schrieb:"Haben, Haben, Haben".
Ich wüsste dennoch gern, was Frau Merkel wirklich gesagt hat und was die "Bild" daraus gemacht hat. Aber da sind wir wieder beim "Haben" und "Brauchen". Brauchen wir die "Bild" und Hartz IV- TV? Nicht wirklich, aber es geht ums Haben. Das nennt man dann einfach Pressefreiheit.
Dass die Lösung "Planwirtschaft" hieß, nahm der Staat zu Anfang auch an... aber eine Lösung war sie nun wirklich nicht. Ich lebe lieber im Überfluss als hinter einer Mauer. (Traurigerweise wünschen viele Ossis sich die DDR zurück... was ist da bloß schief gegangen im Kopf?)
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