
Gestern Abend waren wir zu viert im Kino um "Black Swan" zu sehen. Ich denke, dass die Handlung, um die ehrgeizige, aber verklemmte Ballerina Nina, die sich durch den selbsterzeugten Druck perfekt zu sein, mehr und mehr in ein psychisches Wrack verwandelt, ist inzwischen schon weitestgehend bekannt. Dementsprechend halte ich die Inhaltszusammenfassung heute mal kurz, und schreibe mehr meine Meinung dazu, denn die braucht Platz.
Ich hatte vorher die Inhaltsangabe bei Wikipedia gelesen und war dementsprechend vorbereitet, ein "Der Exorzismus der Emily Rose"-mäßiges Knäul mit Josy zu bilden, wenn es uns zu viel wird. Der erste Teil des Films verlief aber noch relativ ruhig, am Ende passierte alles Schlag auf Schlag. Perfekter Spannungsaufbau, also, weil man den ganzen Film über denkt "Gleich passiert was...." Und dann steht sie vor einem Spiegel(in einem Ballettstudio sind eine Menge Spiegel) und der geneigte Horrorfilmfan schielt sicherheitshalber nur noch zwischen den Fingern hindurch, denn Spiegel bedeuten nichts Gutes. Aber die Kamera blendet weiter und es passiert...nichts. Vorerst.
Auch die Rolle der überambitionierten Mutter, die die erwachsene Tochter behandelt wie ein Kleinkind und ebenfalls ihre Psychospiele mit ihr treibt, aber nebenbei Haufenweise Portraits ihrer Tochter malt, des Balettdirektors, bei dem man die ganze Zeit nicht weiß, was man von ihm halten soll, sowie die Kameraführung und die düstere Szenerie sorgen durchgängig für ein mulmiges Gefühl.
Um Spoiler zu vermeiden, sage ich zum Ende einfach nur so viel, dass ich bestrebt war, defintiv den letzten Bus zu nehmen um nicht alleine im Dunkeln nach Hause laufen zu müssen. Auch dass ich momentan alleine wohne, war mir in diesem Augenblick absolut nicht geheuer[Einen Cocktail später war mir das allerdings auch schon wieder egal]. Ich fand den Film wirklich klasse, er war spannend bis zur letzten Minute, zum Teil ein wenig eklig, nicht exhibitionistisch-eklig wie "SAW", sondern eher schockierend, aber durch das schon vorhandene komische Gefühl mochte ich doch nicht hinsehen.
Natalie Portman mag ich auch sehr gerne, sodass meine Traumbesetzung für den Oscar 2011 für die weibliche Hauptrolle Natalie Portman wäre. Verdient wäre es allemal, allein schon für die Tanzszenen, die sämtliche Darsteller zum Großteil selber getanzt haben. Das einzige, was mich ein wenig gestört hat, war die Synchronstimme des Direktors, aber auch daran hat man sich gewöhnt.
Den Oscar für den männlichen Hauptdarsteller würde ich übrigens Colin Firth ("The Kings speech") wünschen, den ich eigentlich schon seit "Stolz und Vorurteil", und erst Recht seit "Mamma Mia" sehr gern sehe.
Eigentlich wollte ich in keinen Frauen-Tanz-Film ... aber jetzt muss ich. Ich lese zuviel Gutes darüber.
AntwortenLöschenEs ist ja kein Tanzfilm im eigentlichen Sinne -glücklicherweise. Sagen wir, es ist ein gut inszinierter Thriller, dessen Handlungsraum in diesem Falle ein Ballettstudio ist, wodurch sowohl Freunde als auch Gegner des Balletts auf ihre Kosten kommen können, da die Tanzszenen nicht weiter ausgebaut sind, als sie müssten, um zu zeigen wie kaputt die Hauptfigur ist. Die Person die Natalie Portman verkörpert, kann man wahrscheinlich in jedes Lebensumfeld projizieren.
AntwortenLöschenViel Spaß im Kino!
Ich sollte mir ein Shirt drucken... "HAST DU SCHON BLACK SWAN GESEHEN? NEIN?! GEH INS KINO VERDAMMT, GEEEEH, SOFORT!"
AntwortenLöschenWir waren jedenfalls begeistert. :D
War eben mit Claudi im Kino - den Haufen an Oscars haben Technik, Regie und Schauspielende völlig verdient! Sehr feiner Film und erinnerte mich an unsere einstigen schocker-abende... *memories that remain*
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