Mittwoch, 5. Januar 2011

Meine Stimmung ist blau-gelb

Ich habe mir heute, nach der missglückten Kostenrechnungsklausur gestern, einen Tag frei vom Lernen genommen. Das heißt, eigentlich hatte ich gar keine Wahl. Nachdem meine Mitbewohnerin am Wochenende ausgezogen ist und morgen ihre letzten Sachen abholt, musste ich mich heute um Geschirr und vorallem einen Schreibtischstuhl kümmern. Bisher hatte ich mir einfach einen Küchenstühl gemopst, aber ich vermute, dass die Küchenstühle auch mit ausziehen, auch wenn sie davon noch nichts gesagt hat. Töpfe und Pfannen hatte ich bereits oben, nur aus Sicherheitsgründen unter Verschluss gehalten. Aus ähnlichen Gründen habe ich bisher auch noch keine Teller gekauft.
Ich hätte auch direkt am Studienort ins Möbelhaus fahren und in irgendeinem Discounter nach Tellern suchen können, aber wenn man schon Zeit hat, kann man auch gleich zu Ikea in die nächstgrößere Stadt fahren, der Zug dorthin kostet mich ja nix, ebenso wenig wie die Busse hier im Stadtverkehr.
Natürlich hätte ich vor Ort direkt in die Markthalle gehen können ohne nocheinmal den Rundgang zu gehen, weil ich wollte ja nur einen Stuhl und insgesamt 6 Teller. Aber wenn man schonmal da ist...
Also ging ich durch den Rundgang, mein Notizzettel füllte sich munter. Ich erinnere an dieser Stelle, dass ich nicht mit dem Auto da war, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln, das Zeug, dass ich kaufen kann, sich also auf die Sachen beschränken sollte, die ich auch tragen kann. Der notierte Traumfrisiertisch, ein Beistelltisch, das Wunschbett, ein Badezimmerschrank und Sessel fielen ebenso aus, wie die tollen Sekt- und Weingläsersets. Kurz vor meinem Auszug macht Möbelkauf auch wenig Sinn, aber man darf ja mal rumspinnen.
Dann entdeckte ich "Verner". "Verner" ist ein hübscher Chefsessel aus weißen Kunstleder, der nur 59 Euro kostet, obwohl er nach mehr aussieht und der sich, mit etwas Gewalt, auch unter den Schreibtisch würde schieben lassen. "Skruvsta", den ich eigentlich seit 1 1/2h Jahren haben will, habe ich mir aus Kostengründen, im Verhältnis zum vermutlich nicht vorhandenen dauerhaften Komfort, abgeschrieben. Mal abgesehen davon, dass ich den nie im Leben transportiert bekommen hätte.
Ich wollte aber doch erstmal abwarten, wie "Verner" als Packstück aussieht und schrieb mir noch ein paar transportfreundlichere Modelle auf, die mir auch gefielen, um dann direkt im SB-Bereich zu entscheiden.
Dann schnappte ich mir einen Einkaufswagen und schlenderte auf die Küchenutensilien zu. Wie sehr man sich für Geschirr begeistern kann, wenn man es muss! Eckig oder rund? Brauche ich Pizzateller? Klassisch weiß, mit Muster oder was ganz anderes?! Was kostet mich der Spaß hier eigentlich?! Fragen über Fragen... Das ist es dann nachher geworden, passend dazu lindgrüne, flache Teller ohne Dekor.

Nachdem sich das geklärt hatte, konnte ich dem Nudelsieb nicht widerstehen, um das ich beim letzten Mal schon gekreist bin, wobei ein Nudelsieb wirklich essentiell ist als Student. Ebenso wenig konnte ich "Rosali" widerstehen. "Rosali" ist die ultimative Kitschbettwäsche, mit ihrem Blümchendekor. Auch die habe ich im November bereits in der Hand gehabt, aber doch stehen lassen, weil mir Bettwäsche ganz ohne Verschluss irgendwie nicht ganz geheuer ist.
Kerzen sind sowieso essentiell und irgendwie war mein Wagen voll, als ich bei den Möbeln ankam.
Ich ignorierte ersteinmal meine Notizen und schaute mir direkt "Verners" Karton an. Ich redete mir ein, dass das ja eigentlich okay wäre und 16 Kilo eigentlich annehmbar klingen. Ich mit meinen 1.64m und 52 kg trage einen 16 kg schweren Karton und zusätzlich noch meinen Krimskrams heile bis zum Bahnhof und nach Hause. Haha...
Die Vernunft siegte und inzwischen ist der zu meinem Sofa passende "Torbjörn" bei mir eingezogen, der nur die Häfte gewogen hat und auch nur halb so groß als Paket war. Trotzdem konnte ich ihn nicht ganz bis nach Hause tragen. Auf den letzten Metern hab ich die immernoch überfrorenen Straßen und Gehwege genutzt und habe ihn schlickern lassen. Bei dem Schauspiel hatten meine Nachbarn bestimmt viel Freude... Mittlerweile ist er sogar schon aufgebaut:)
Das Aufbauen führte übrigens zu dem Entschluss, dass ich meine Möbel nur noch bei Ikea kaufen werde. Auch wenn ich dem Steck- und Drehprinzip nicht mein Leben anvertrauen würde, idiotensicher im Aufbau ist es definitv. Nach dem Theater mit meiner Kommode, deren Türen immernoch nicht angeschraubt sind, war es wirklich angenehm, ein Möbelstück in 10 Minuten standfest aufgebaut zu haben, anstatt wie im Fall der Kommode nach einer halben Stunde Fluchen festzustellen, dass die Löcher nicht vernünftig vorgebohrt sind.
Jetzt werde ich nur noch einkaufen gehen, mir etwas zu Essen kochen und dann ist der Tag auch vorbei. Morgen hat mich der Alltag dann mit Buchführung und allgemeiner BWL wieder...

1 Kommentar:

  1. ach ja, IKEA :) ist schon praktisch, wenn man hier 3 Filialen um sich hat und sich dank BAföG einen Jahresvorrat Kekse leisten kann.
    <3
    aber richtig, Möbel durch die Sbahn zu schieben ist immer wieder ein highlight der feinsten Sorte :)

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