Freitag, 30. September 2011

Zeitstrahl

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich Sarah und Tom von "delta Radio" am Morgen über Mobiltelefone und deren Anfänge diskutieren hören, was mich im Rahmen des Blackberry-Projektes zum Grübeln über mein erstes Handy und die Entwicklung bis hin zum Smartphone angeregt und mich zum schmunzeln gebracht hat.

Ich musste eine ganze Weile Zahlen hin- und herschieben, aber ich denke, dass ich in der 6. Klasse,also so ungefähr 2002 (die tragbare Telefonzellen blieben mir also erspart),mein erstes Handy bekommen habe: ein Siemens A50 mit Prepaid-Simkarte. Meine Eltern hatten damals noch kein Mobiltelefon, es hat mich wohl einige Zeit gekostet, sie davon zu überzeugen, dass es viel sicherer wäre, wenn ich immer anrufen könnte, wenn irgendwas ist. Natürlich hatten viele meiner Mitschüler auch schon ein Handy und da musste mitgehalten werden.
Was das Versprechen nur in Notfällen zu telefonieren und zu simsen angeht, muss ich wohl an zeitweiliger Amnesie gelitten haben. Aber der Vorteil an Prepaid-Sytemen ist eben, dass das Geld irgendwann alle ist und man eben Pech hat, wenn es das Taschengeld für die nächste Aufladung erst in 2 Wochen gibt.
Auch wenn die Handys zu dem Zeitpunkt noch nicht viel konnten, aber wie man Klingeltöne und gepixelte Logos über das Handy aus dem Netz lädt, war schnell herausgefunden. Ich erinnere mich noch gut daran, wie neidisch man auf Freunde war, die ein Nokia 3310 oder 3330 besaßen, auf dem man "Snake" spielen konnte^.^ Mit dem Siemens war ich im übrigen nicht sonderlich zufrieden, da es immer wieder abstürzte und eingeschickt werden musste, woraufhin natürlich all die teuer erworbenen oder frisch getauschten Klingeltöne verschwanden.

Ich denke, dass ich das nächste Handy dann 2004 bekam: Ein Motorola V525, ebenfalls mit einer Prepaid-Simkarte. Und es kam mir vor, als würde es nie ein tolleres Handy geben, denn es hatte ein ,für damalige Verhältnisse, gutes Farbdisplay, eine VGA-Kamera und konnte nach Herstellerbeschreibung schon polyphone Klingeltöne wiedergeben. Mit der Herstellersoftware und dem dazugehörigen USB-Kabel konnte man aber auch richtige Musik auf das Handy laden, die dieses sogar wiedergeben konnte. Damit war man richtig cool und es sparte eine Menge Geld.
Im Großen und Ganzen hat es die 3 Jahre, die ich es besaß, gut gehalten und hat erst kurz bevor ich 2007 das nächste Handy geschenkt bekam, erste Macken aufgewiesen: Irgendwann ging der Hörer nicht mehr und ich konnte nur noch mit Freisprecheinrichtung telefonieren, da ich denjenigen auf der anderen Seite sonst nicht hören konnte-in der Pubertät echt ätzend.
Später hat es mein Papa dann mal auseinandergeschraubt, die Garantie war ja abgelaufen, gereiningt und hat es dann noch weitere 2 Jahre genutzt.
Ich bin dann 2007 auf anraten meines damaligen Freundes auf das Sony Ericcson K810i umgestiegen, Farbdisplay war inzwischen Standard, es konnte als MP3-Player genutzt werden, da sich der interne Speicher durch Mikro-SDKarten erweitern lies, und hatte eine recht vorzeigbare 2 Megapixel-Kamera.
Das tollste an dem Handy war der Tarif: Es war dieses Mal ein richtiger Vertrag, der aber "unterm Strich" pro Monat nicht viel mehr gekostet hat, als ein Prepaid-Handy. Ich musste damals 5 Euro Nutzungsgebühr zahlen und hatte 5 Euro Mindestumsatz, die also so oder so abgebucht wurden und sich prima für Fremdnetzgespräche eigneten. Dazu konnte man dann für jeweils weitere 5 €/Monat noch verschiedene andere Optionen dazubuchen und problemlos umbuchen, wobei ich mich für 40 Frei-SMS und eine Gesprächsflat Wochentags ab 20.00 ins deutsche Vodafone und Festnetz entschied. Diesen Tarif finde ich bis heute sehr gut und würde ihn jederzeit wieder abschließen. Auch für junge Leute finde ich ihn wesentlich geeigneter als z.B. die "Junge Leute"-Flat, was aber auch von der Disziplin des Einzelnen abhängen mag. Leider gibt es ihn soweit ich weiß aber nicht mehr, was in meinen Augen mal dringend überdacht werden sollte, denn mit solchen Konzepten kommen nun Congstar und Co und verkaufen es als Neuheit.

Das K810i durfte aufgrund seiner zweijährigen fehlerfreien Laufzeit auch 2009 mit mir ausziehen, obwohl ich zu dem Zeitpunkt schon ein anderes Handy bestellt hatte, und soweit ich das beurteilen kann, läuft es auch aktuell immer noch problemlos. Natürlich hat bei allen Geräten die Akku-Leistung nachgelassen, aber nach 2 Jahren ist damit wohl zu rechnen. Und im Vergleich zu der Zeitdauer, die ich ein Smartphone im aktiven Gebrauch haben kann, ist es vermutlich immernoch lang.
2009 bin ich dann auf die "Junge Leute"Flat umgestiegen, wobei mir immernoch nicht ganz klar ist, wo der Unterschied zwischen der ermäßigten Flat für Studenten und der für Azubis und Schüler liegt. Bei der für Azubis gab es ein Musikalbum als Gratis-Download dazu, also habe ich mich für diese entschieden, obwohl ich eigentlich studiere. Zusatznutzen und so....
Als Handy habe ich mich für das LG KM900 Arena entschieden,das sich nach ca 3 Monaten als recht zickiger Zeitgenosse entpuppte, weshalb ich ganz froh bin, dass ich immernoch das Sony Ericcson habe. Ich habe es innerhalb kürzester Zeit 2x eingeschickt, weil der Touchscreen nicht mehr reagiert hat und weitere 2 Male habe ich ihm damit gedroht, woraufhin es sich dann doch entschlossen hat, wieder zu funktionieren. Freitagabend hat es gestreikt, Montagmorgen ging es wieder-ein Handy, das auf sein Wochenende besteht. Temperaturen über 24°C und unter 5°C regen den Touchscreen auch an, eine Revolution anzuzetteln.
Ich hatte mich gegen einen Tarif mit Internetflatrate entschieden, weil ich es damals wie heute für eine nette Spielerei halte, die ich eigentlich nicht brauche und für die ich dementsprechend auch kein Geld ausgeben wollte, wobei diese Verträge damals auch noch teurer waren im Verhältnis zum Stand des Netzausbaus. Generell würde ich auf diesen Tarif nicht mehr zurückkommen, da er sich als teurer entpuppte, als er aussah, besonders wenn man sich während des Studiums einen Freundeskreis aufbaut, der Fremdnetze nutzt.So wurden aus den 40€ schnell 45€, 50€ und mehr.
Mit dem Blackberry Curve 8520 bin ich nun also im erlesenen Kreis der Smartphone-User, und auf der Höhe der Technik, angelangt, in dem ich nun dank trnd.com auch verbleiben darf, wenn ich das möchte, da uns die Handys nach dem Test nun doch überlassen werden. Irgendwie ist es doch wahnsinnig, wenn man bedenkt, dass man nun einen Mini-PC mit Internetzugang in der Tasche herumschleppt?! Ich wage zu behaupten, dass damit in den 70ern, als das erste handy erschien, noch niemand gerechnet hat.
Ich denke aber, dass ich noch ein wenig grübeln und testen muss, ob ich das Blackberry wirklich weiter nutzen möchte, insbesondere aufgrund meiner Kündigungsfrist für meinen eigentlichen Vertrag, der noch bis Juli 2012 läuft, denn ich möchte ungern 2 Simkarten haben, die regelmäßig Geld von mir haben wollen, von denen ich aber nur eine tatsächlich nutze.
Vielleicht habe ich ja den ein oder anderen Mittester ebenfalls dazu angeregt, etwas in Erinnerungen zu schwelgen und einen ähnlichen Post zu verfassen, interessieren würde es mich auf jeden Fall!

[Bildquellen: "http://www.inside-handy.de/i/handies-g/68-siemens-a50.jpg" und "http://p4.focus.de/img/gen/A/A/HBAAA8Da4qj_Pxgen_r_300x450.jpg"]

2 Kommentare:

  1. Marie (3310-Besitzerin)1. Oktober 2011 um 18:00

    Ich erinnere mich sehr gut an deine Handys. Scary.

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  2. Oh, ich musste es tun...

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Nokia_3310_blue.jpg

    http://www.cellphonessearch.com/cellphones/Motorola/Motorola-V300.jpg

    http://www.slashphone.com/uploads/1569/d750i_2.jpg

    http://www.se-world-team.info/content/xell/announce/F3051.png

    Geliebt hab ich sie alle!

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